Der Abend begann mit der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Horst Tiedemann. Er verwies darauf, dass die Wissenschaft uns immer deutlicher zeige, dass wir dem Altern nicht hilflos ausgeliefert seien. „Gesunde Langlebigkeit“ bedeute, dass wir heute so viele Werkzeuge wie nie zuvor in der Hand haben würden, um bis ins hohe Alter geistig und körperlich fit zu bleiben. Zum alt werden gehöre aber auch das Thema Demenz. Dem Seniorenbeirat sei es deshalb ein Herzensanliegen, dieses Thema aus der Tabuzone zu holen. Die Forschung mache Mut: „Es gibt faszinierende neue Erkenntnisse darüber, wie wir durch unseren Lebensstil das Gehirn schützen können – und wie ein gutes, würdevolles Leben auch mit einer Demenzerkrankung gelingen kann“, so Horst Tiedemann.
Steven Wezel ließ die Anwesenden zunächst schätzen, wie lang die gesunde Lebenserwartung in Deutschland ist; also das Alter, in dem man noch ohne gesundheitliche Einschränkungen seine Alltagsaktivitäten ausüben kann. Dies im Verlgeich zur durchschnittlichen Lebenserwartung von 81 Jahren. Dies war die erste Überraschung: Nur durchschnittlich 57 Jahre!
Ziel sei es, die Zeit, in der wir gesund leben, zu verlängern. Dies sei für die Gesellschaft wichtig, da der Anteil älterer Menschen weiter steige.
Er machte deutlich, dass das biologische Alter (der tatsächliche Zustand unseres Körpers) erheblich vom chronologischen Alter (steht im Ausweis) abweichen könne. „Mit 65 haben manche ein biologisches Alter von 45, andere eins von 90 Jahren“, führte Steven Wezel aus. Diese Spannweite überraschte viele.
Eine gute Nachricht sei, dass bezüglich der Langlebigkeit zwar 25 bis 55 % genetisch bedingt seien, aber eben auch 45 bis 75 % durch uns beeinflusst werden können.
Es gäbe sieben allgemeine Stellschrauben für gesundes Altern: Schlaf, Bewegung, Körpergewicht, Achtsamkeit, Ernährung, Soziale Eingebundenheit, Nicht rauchen.
Was ausreichenden Schlaf angeht, überraschte einige die im Alter häufig ausreichende Stundenzahl von 6,5 bis 7 Stunden (auch wenn es hier individuelle Unterschiede gebe).
Gesunde Langlebigkeit und Demenz hingen durchaus zusammen, da z. B. fehlende soziale Eingebundenheit einsam mache und gleichzeitig einer der „Treiber“ bei der Entstehung von Demenzen sei. Depression fördere ebenfalls Demenz.
Herr Wezel wies darauf hin, dass laut aktuellen wissenschaftlichen Befunden durch Demenzprävention im Idealfall 45% der bisher auftretenden Demenzen verhinderbar wären.
Ebenfalls präsentierte er aktuelle Studien zur Impfung gegen Gürtelrose im Kontext der Demenz: Hier konnten Forschende zeigen, dass diese das Fortschreiten der Demenz verringerte.
Ebenso helfe Bewegung und Tanz. Es gäbe Übungen, bei denen unterschiedliche Aufgaben zu Musik gemacht werden müssten; gerade diese Verbindung aus Bewegung und Aufgaben für den Kopf habe in Studien positive Auswirkungen gezeigt.
Herr Wezel hatte zu den genannten Punkten viele interessante zusätzliche Informationen, sodass die Zuhörenden mit einem Strauß von Informationen und Anregungen nach Hause gingen. Es ist deutlich geworden, dass jede kleine Änderung zum Positiven bei den 7 Stellschrauben hilft, möglichst lange ein gutes Leben zu führen.
27.08.2026





